Kritik – Was mache ich, wenn ich kritisiert werde?

Kritik

Es ist ein komisches Gefühl, das in einem ausgelöst wird, wenn man kritisiert wird.
Häufig wird dieses Gefühl ausgelöst, wenn wir Kritik persönlich nehmen.
Einige Faktoren spielen da eine Rolle, um diese Gefühle in uns zu wecken z.B. 

  • Wie wird die Kritik mitgeteilt
  • Wer teilt sie mit
  • Sind andere Menschen bei dem Vorwurf anwesend 
  • Wie stark ist unser Selbstwertgefühl und -bewusstsein

Wenn wir Kritik auf uns beziehen, also persönlich nehmen, können in uns Gefühle wie Scham, Trauer oder Wut hochsteigen. 
Man fühlt sich vielleicht angegriffen und verspürt den Reiz sich dazu äußern zu müssen. 

Möglicherweise startet man einen Gegenangriff und kritisiert den Kritiker zurück oder man rechtfertigt sich für die Handlung, die der andere da kritisiert hat.

Ich kann mich an meine Ausbildungszeit noch sehr gut erinnern. Dort erlebte ich einmal einen Fall, der in mir auch ein seltsames Gefühl auslöste. 
Heute weiß ich, es war eine Mischung aus Angst und Scham. 
Mein Chef kritisierte meine Handlungsweise in einer Behandlung (ich war Assistentin in der Zahnmedizin) vor meinen Kollegen und war sichtlich verärgert und frustriert über diese Situation. 

Er verurteilte meine Arbeit als fahrig und nicht bei der „Sache“ – am liebsten würde er mich kopfüber an einen Baum hängen. 
Das war seine Aussage und er verlies wutentbrannt den Raum und verschwand in seinem Büro.

Ich wusste bis dahin nicht mal, dass ich einen Fehler machte. In der Behandlung selbst merkte ich, dass mein Chef nervös wurde. Das war jedoch keine Seltenheit. Seinen Ärger teilte er mir nach der Behandlung lautstark mit. 
Irgendwas ist ziemlich schief gelaufen und ich war schuld daran. Ich fühlte Scham und Schuld in mir aufkommen und ein Gefühl der Angst. So als würde mein Herz mir in die Hose rutschen. 
Ich wusste aber immer noch nicht, was genau schief gelaufen war und hatte Angst, dass mir jetzt gekündigt würde. 
Diese Kritik nahm ich komplett persönlich. 

[su_heading size=“20″]Was dich heute erwartet[/su_heading]

In diesem Beitrag geht es um die Frage: Was mache ich, wenn ich kritisiert werde – wie gehe ich damit um?

Das sind die Unterpunkte, in denen ich auf das Thema Kritik eingehen werde:

  • Kritik ist nicht einfach Kritik
  • Warum kritisieren wir
  • Wie wir damit umgehen können
  • Warum wir uns schnell rechtfertigen
  • Emotional werden
  • Angst haben nicht gut genug zu sein

[su_heading size=“20″]Kritik ist nicht einfach Kritik[/su_heading]

Manchmal fühlen wir uns regelrecht angegriffen und manchmal können wir die Kritik sogar nachvollziehen und denken über die Aussage nach.

Alles was gesagt wird, hat einen Effekt auf uns. Das habe ich bereits in einem anderen Artikel genauer beschrieben:

Also Kritik ist nicht gleich Kritik.
Es gibt Kritik, die uns helfen kann tatsächlich besser zu werden, also aus unseren Fehlern zu lernen und es gibt Kritik, die uns nicht weiterbringt, sondern im Gegenteil sogar schaden kann.

Unsachliche und destruktive Kritik

Wenn ich an mein Beispiel von oben denke, dann würde ich es als unsachlich und destruktiv bewerten.

Denn ich wusste nicht, was ich falsch machte und wurde für mein Verhalten noch entwertet. 

Unsachliche Kritik erkennt man auch genau daran. Aussagen die nicht die Sache betreffen, sondern die Person als das Problem darstellen. Zum Beispiel „Du hast das völlig falsch gemacht, du bist offenbar nicht bei der Sache.“

Das ist eine Aussage, mit der ich nichts anfangen kann. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe und auch nicht, was ich tun kann, um es in Zukunft zu vermeiden. 

Ich weiß aber, dass etwas mit mir, also meiner Person, nicht stimmt.

Sachliche und konstruktive Kritik 

Konstruktive Kritik ist und bleibt fair. Eine Aussage mit der ich tatsächlich arbeiten kann, daran wachse und als Person nicht abgewertet werde. 

Zum Beispiel „Ich habe mir den Bericht angeschaut, den du mir zugeschickt hast. Kannst du dir folgende Punkte noch mal genauer anschauen, ich glaube “X und Y“ kann man noch besser formulieren. Ich schaue es mir gerne nochmal an.“

Hier weiß ich ganz genau, meinem Gegenüber sind zwei Dinge aufgefallen, die besser sein könnten und gibt mir genau darauf einen Hinweis. Ich habe auch die Möglichkeit es nachzubessern und ihn nach seiner Meinung zu fragen.

Damit fühle ich mich nicht angegriffen und kann damit arbeiten. Es klingt plausibel und betrifft nur die Sache an sich und nicht meine Person.

Das sind Beispiele aus dem Berufsleben. 
Kritik wird natürlich auch privat ausgesprochen...

Gerade da ist es besonders wichtig konstruktiv und sachlich zu bleiben, wenn man als Kritiker Erfolg haben will und wenn man sich den Stress eines Konflikts ersparen will. 

[su_heading size=“20″]Warum kritisieren wir eigentlich[/su_heading]

In dem Fall von oben, hatte man eher den Eindruck, der Mensch wollte sich Luft machen und musste seinen Frust loswerden. Wenn etwas in dieser Art verurteilt wird, dann hat es meist mehr mit dem Kritiker zu tun als mit der Sache an sich. Und am wenigsten hat es mit dem Kritisierten zu tun. Er war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. 

Wenn wir kritisieren, sind wir mit etwas nicht zufrieden und äußern das eben. Dieses „nicht zufrieden sein“ ist natürlich immer eine subjektive Wahrnehmung der Situation. 

Kritik an einer Handlung, einer Äußerung oder einer Sache sind eben nur dann als konstruktiv zu bewerten, wenn sie dem Zweck dienen, dem Kritisierten eine Hilfestellung zu bieten sich verbessern zu können. 

Ist es einfach ein stumpfes Niedermachen der Person oder der Sache, gibt das sehr viel von dem Kritiker preis aber nicht vom Kritisierten.

Als ich das verstanden habe, konnte ich mit Kritik immer besser umgehen.

[su_heading size=“20″]Wie du besser mit Kritik umgehen kannst[/su_heading]

Hier möchte ich dir ein paar Tipps mitgeben, wie du wirklich gut mit Kritik umgehen kannst:

#1 Erkenne die Unterschiede

Das Verständnis, dass es immer zwei Arten von Kritik gibt, hilft auf jeden Fall schon mal besser mit der Kritik umzugehen und sich als Person in jedem Fall immer davon abgrenzen zu können.

Und das ist es, was ich dir auch immer empfehlen würde. Du bist als Person nicht gemeint! Und wenn es so rüberkommt und dann erinnere dich daran, dass der Kritiker meist unzufrieden mit sich selbst ist.

Kritik sollte in wertschätzender und wohlwollender Form mitgeteilt werden. Das Ziel sollte immer die Ausbesserung der Sache, um die es geht sein. Man sollte wissen, um was es geht und am besten, wie man es besser machen kann.

Lieblose Kritik verwirrt den Geschmack und vergiftet den Genuss

Joseph Jaubert
#2 Rechtfertige dich nicht

Auch Kritikfähigkeit will gelernt sein 🙂

Man kommt je nach Gemüt und Persönlichkeit auch schnell mal in Versuchung einen Gegenangriff zu starten oder sich selbst zu rechtfertigen.

Das ist grundsätzlich (ganz egal, ob die Kritik berechtigt ist oder nicht) kein guter Weg. Denn sie kostet dich wertvolle Energie und auch Zeit, denn die Aussagen des anderen, wirst du mit Gegenwehr sicherlich nicht umstimmen, sondern eher verschärfen.

#3 Höre zu und atme durch

Der beste Weg ist tatsächlich einmal nur zuzuhören. 

Auch wenn es, je nachdem, wer da vor dir steht, nicht immer einfach ist, das glaube ich. Und das ist völlig normal. Wir sind Menschen und keine Maschinen, denen man Befehle erteilen kann ohne Gegenwind zu erhalten.

Achte auf deine bewertenden Gedanken in dem Moment. Das kannst du vorher schon üben, indem du zwischendurch immer mal inne hältst und deine Gedanken wertfrei beobachtest.

#4 Versetze sich in die Lage des Kritikers

Wow – ich werde kritisiert und soll noch Verständnis für den Kritiker haben?? 

Gerade bei destruktiver Kritik, hilft dir das, Abstand zu nehmen und dich von dem Gesagten abzugrenzen. 

Denke daran, dass diese Aussagen viel mit dem Kritiker selbst zutun haben. 

#5 Setze dich selbst nicht unter Druck (und lass dich auch nicht unter Druck setzen)

Es muss nicht alles sofort geklärt werden. Wenn du dir die Kritik angehört hast und das selbst auch erstmal verarbeiten musst und willst, dann sage das auch. Du denkst da mal drüber nach und gibst nach einer gewissen Zeit gerne deinen Standpunkt dazu ab.

Je nach dem was es war, kannst du die Situation so relativ schnell verlassen. 

Entweder die Kritik war gerechtfertigt und du kannst tatsächlich daraus lernen oder sie war einfach unnötig und unwahr und du kannst dich von diesem Menschen entfernen, ohne weiter darauf einzugehen.

[su_heading size=“20″]Fazit[/su_heading]

Faire Kritik nennt sich Feedback und ist wohlwollend formuliert. Du kannst immer daran wachsen und brauchst keine Angst davor haben, Fehler zu machen. 

Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen

Victor Marie Hugo

Destruktive Kritik lässt uns schnell emotional werden und auch in eine rechtfertigende und ablehnende Haltung abgleiten. 

Wenn wir den Unterschied früh genug erkennen, können wir uns besser abgrenzen und unsere Energie sparen indem wir gar nicht darauf reagieren. 

Natürlich musst du dir nicht alles gefallen lassen. Höre es dir an und entscheide immer selbst, wieviel von deiner kostbaren Energie und Zeit steckst du jetzt in eine Argumentation. Bedenke immer, dass jemand der sich dir gegenüber destruktiv äußert, seine Meinung nicht ändern wird, wenn du anfängst dich gegen diese Äußerungen zu wehren. Es wird meist nur schlimmer. 

Kritikfähigkeit ist erlernbar und hat sehr viel mit deinem Selbstbewusstsein zu tun. Wenn du dein Selbstbewusstsein und deinen Selbstwert von Tag zu tag stärkst, wirst du von Kritik nicht persönlich getroffen, sondern nimmst sie immer Dankbar an.

Du lernst immer dazu – Entweder wie du dich verbessern kannst oder von wem du dich distanzieren solltest!!

Stelle dir auch mal die Frage, wie du auf andere zugehst und kritisierst 🙂

Ich hoffe, der Beitrag hat dir geholfen und ich freue mich immer auch deine Gedanken dazu zu lesen.

Bleib glücklich,

Deine Julia

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Bildquelle
Photo by Thanhy Nguyen on Unsplash

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