Halte dich am Loslassen fest

Eine Sache, die mir in manchen Situationen sehr leicht und in anderen sehr schwer fällt ist das Loslassen…

Leicht fällt es mir zum Beispiel, wenn ich groß aufräume und Dinge wegschmeiße oder verschenke, für die ich keine Verwendung mehr habe. Da muss ich sagen, fällt es mir unglaublich leicht. 

Das Leid des Festhaltens

Wir haben unsere Leidenschaften und Sehnsüchte. Die Menschen und auch Dinge, an denen unser Herz hängt und von denen wir uns so ungerne trennen. 

Im Nachhinein wissen wir immer wie erleichternd loslassen ist.
Weil wir verstehen lernen, was wir mit dem Festhalten offensichtlich übersehen möchten: Unsere Anstrengung und unser Leid.

Wenn ich einen Menschen festhalten muss, damit er in meinem Leben bleibt, ist das dann eine gesunde Beziehung?

Und andersherum: Wenn ich in dieser Beziehung festgehalten werde, mich nicht frei bewegen kann, und mit der Angst lebe die nächste Krise auszulösen – dann würde ich auch das als ungesund empfinden.

Wir halten den Schmerz aus

Stell dir vor du hältst ein Glas Wasser in deiner Hand vor dir. Du hältst es eine Minute mit gestrecktem Arm fest in der Hand. Grundsätzlich kein Problem. Aber machst du das 10 Min, wirst du dir wünschen dieses Glas endlich abstellen zu dürfen, es loslassen zu können.  
Je länger du es hältst, desto schmerzhafter wird es.
Vielleicht lässt du es fallen, weil es einfach nicht mehr geht. 

Das ist im Vergleich zu unseren ungesunden und leidvollen Beziehungen weitaus früher, obwohl auch emotionaler Schmerz unerträglich sein kann. Und doch halten wir ihn länger aus. 

Wir halten ihn aus, weil es ja auch ganz angenehme Zeiten gab, nach denen wir uns so zurück sehnen.
Zu einem Glas Wasser haben wir in der Regel keine emotionale Verbindung. 

Ist es Liebe?

Können wir da von Liebe sprechen, wenn ich mich eigentlich in eine Erinnerung verliebt habe?

Wir halten an der Vergangenheit fest und vergessen nach vorne zu schauen.

Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.

Buddha

Eins ist unglaublich wichtig zu verstehen, wenn Menschen einander von Herzen lieben ohne Bedingungen an den Partner oder die Beziehung zu stellen, dann ist ein Festhalten völlig unnötig. Wir sind stolz auf einander, auf die Beziehung und bleiben dennoch wir selbst und verlieren uns nicht oder vermischen uns zu einem Einheitsbrei.

Wir bleiben trotz oder genau wegen dieser gesunden Partnerschaft individuelle Wesen.

Kann es denn nicht besser werden, wenn ich aushalte?

Selbst wenn dieser Mensch sich wieder in dein Leben schleicht, ist es häufig ein Trugschluss zu glauben, dass es jetzt besser wird. 

Wir haben einfach noch nicht abgeschlossen. 
Wenn wir Beziehungen nicht loslassen können, befinden wir uns meist in einer emotionalen Abhängigkeit zu unserem Verflossenen. 
Da fällt es uns doppelt schwer, dieses Kapitel abzuschließen.
Wir leiden. Nicht nur während unserer Beziehung, sondern auch danach. 

Wenn du ein Buch ein weiteres Mal liest, wird das Ende sich nicht ändern.

Es ist so wichtig für unseren Heilungsprozess

Loslassen und dankbar sein. Dankbar sein, für jede Erfahrung, die wir machen konnten und dass wir nicht länger festhalten müssen. Wir dürfen endlich loslassen und uns befreien von der Last.

Ich mache mein Glück nicht abhängig von anderen Menschen in meiner Umgebung. 

Wie oben bereits gesagt, normalerweise sollten wir gar nicht festhalten. Alles kommt und alles geht. Das ist der natürliche Verlauf. 
Wir wachsen aus dieser Beziehung heraus oder ziehen um und können einander nicht mehr so oft sehen.
Gerade in der Anfangsphase der Beziehung, wünsche ich mir das natürlich nicht.

Doch wenn ich mein Glück von der Anwesenheit oder der Laune anderer Personen abhängig mache, dann werde ich mich selbst nicht kennenlernen und meine Werte nicht zu schätzen wissen. Ich bleibe oder mache mich abhängig von anderen Menschen und werde sicher nicht glücklich.

Für mein eigenes Glück kann niemand außer mir selbst verantwortlich sein.

Es ist fatal zu glauben, dass wir nur durch unseren Partner vollständig oder glücklich seien.

Bitte verstehe mich nicht falsch, natürlich gibt es Momente, die uns glücklich machen, weil unser Partner uns eine Freude bereitet oder in schweren Momenten einfach für uns da ist. Das ist wundervoll und wir dürfen es zu schätzen wissen, wenn ein Mensch das für uns tut und seine Zeit mit uns teilt.

Daraus sollte sich allerdings nicht der Anspruch bilden, dass dieser diese Dinge bitte immer wieder für uns macht.

Auch umgekehrt: Wenn ich ständig mehr gebe und alles tue, um meinem Partner zu beweisen, dass ich ihn liebe, so kann das auf lange Sicht auch nur schwer durchzuhalten sein. 

Wie kann ich denn jetzt endlich loslassen?

Der 5 Schritte Plan

Vielleicht hilft dir diese Liste, wie sie mir hilft in diesen Momenten:

  1. Bewusstsein – Werde dir bewusst, dass du an einem Menschen oder einer Situation festhältst.
  2. Schließe die Augen und stelle dir vor die Person (oder was auch immer du loslassen möchtest) sitzt in einem Raum auf einem Stuhl.
  3. Gehe in Gedanken auf diese Person zu und gebe ihr den gesamten Karton mit dem belastenden Inhalt zurück.
  4. Vergebe dieser Person, selbst wenn du keine Entschuldigung erhalten wirst.
  5. Bedanke dich für die Erfahrung, die du gemacht hast und gehe in Gedanken auch wieder aus diesem Raum raus. 

Ich habe genau diese Schritte für mich eins oder zwei mal am Tag in Gedanken durchgespielt. Ich hatte nach kurzer Zeit schon das Gefühl einer großen Erleichterung in mir und fühlte mich einfach besser.

Du schaffst das auch. Und du wirst merken, dass du es nicht nötig hast, dich an irgendwem oder irgendwas festzuhalten. 

Sei dir selbst genug. 

Deine Julia

Erzähl mir gerne, wie du das siehst – und wenn du magst, welche Erfahrungen du gemacht hast.

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